Das Projekt

„Neue Heimat Ruhr“ zeigt über Bildautorenserien und die Kraft der Fotografie die Normalität und Spannung aber auch die Entwicklung der multikulturellen Gesellschaft im Ballungsraum der Metropolregion. Alleinstellungsmerkmal der Region Ruhr ist seine Industriegeschichte und mit dieser ist die Geschichte der Arbeitsmigration verbunden, die bis heute das Stadtbild und den Lebensalltag in der Region prägt.

Neben der Arbeitsmigration gab es aber auch Wellen der Einwanderung wie z.B. die nach Asylrecht seit den 1980er Jahren, die der Spätaussiedler in den 1990er Jahren oder die der Kontingentflüchtlinge. Seit 2015 wird die massenhafte Flucht nach Deutschland (insbesondere aus Syrien und Afghanistan) aber auch die Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten zunehmend von breiten Bevölkerungskreisen als Problem betrachtet und stellt den Zusammenhalt in der Gesellschaft vor erhebliche Aufgaben.

Dabei ist die Integration von Menschen anderer Kulturen in der Region weitgehend geglückt und kann an vielen Stellen als vorbildlich beschrieben werden. Man stand über Jahrzehnte gemeinsam „vor der Kohle“ oder am Hochofen und hat zusammen gearbeitet.

Die hier gezeigten Arbeiten stammen aus der mit Unterstützung des Kulturministeriums NRW im Rahmen der regionalen Kulturpolitik entwickelten digitalen Sammlung des Pixelprojekt-Ruhrgebiet.

Viele der Serien zeigen wie selbstverständlich Themen der „neuen Nachbarn“ mit Migrationshintergrund. Sie zeigen (fast) fremde Kulturen in der Nachbarschaft und sie zeigen die Geschichte einer zusammengewachsenen multikulturellen Gesellschaft, in welcher der Taubenvater ebenso exotisch ist wie der Imam einer türkischen Gemeinde. Und auch die Nöte von Asylsuchenden und geflüchteten Menschen werden nicht nur als aktuelles Phänomen emotional erfahrbar gemacht.

Pixelprojekt_Ruhrgebiet sammelt fotografische Bilder, die im Laufe von Jahrzehnten als Produkt der seriellen Auseinandersetzung einzelner Fotografinnen und Fotografen mit Themen der Region entstanden sind. Das Projekt ordnet diese als Bildserien, bringt sie in eine thematische und chronologische Struktur und macht sie auf einer Internetseite überhaupt erst sichtbar. Neben Ökologie sind Soziales, Kultur, Stadt, Wohnen, Sport, wirtschaftlicher Wandel und vor allem die Menschen der Region die Hauptthemen.